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Go for it!

Schulzeit... Die schönste Zeit im Leben? Der Vorgeschmack auf die große Freiheit? Die Zeit in der Freundschaften fürs Leben entstehen? So oder so ähnlich beschreiben Eltern und andere Erwachsene die Zeit in der Schule gerne. Nur wenige erinnern sich an die Schwierigkeiten und Hürden die sie nehmen mussten. Manche tun dies, weil es einfach schon lange her ist und sie sich vielleicht an Vieles nicht mehr genau erinnern können. Andere wiederum, weil sie die Schulzeit mit ihrer aktuellen Situation vergleichen und das Gefühl haben, als Schüler mehr Freiheit (und Freizeit gehabt zu haben. Und dann gibt es da noch die, auf die diese Beschreibung tatsächlich zutrifft. Aber -Hand aufs Herz- wer kann schon von sich behaupten, immer, gerne zur Schule gegangen zu sein? Wohl die allerwenigsten! 

 

Schule - Ein Lebensraum auf Zeit

 

Die Schule ist ein Ort an dem wir über Jahre hinweg, täglich viele Stunden verbringen. Je nach Schulform kann es sein, dass du den ganzen Tag dort verbringst und erst gegen Abend wieder nach Hause gehst. Die Schule ist also viel mehr als nur ein Ort zum Lernen. Sie ist ein Ort an dem Freundschaften entstehen, aber auch Rivalitäten. Sie ist ein Ort, an dem du gemeinsam mit Anderen lernst, isst, deine Pause verbringst, Sport machst und dich täglich weiterentwickelst. Unter der Woche verbringst du im Schnitt mehr Zeit in der Schule, als ausserhalb. Deine Lehrer sind nicht nur Lehrer. Sie sind auch deine Bezugspersonen. Sobald etwas ist, du Hilfe brauchst, oder Fragen hast, musst du dich an sie wenden können. Für eine gewisse Zeit ist Schule also ein Ort, den man durchaus als Lebensraum bezeichnen kann. Sollte die Schule da nicht auch ein Ort sein, an dem Du dich wohlfühlen kannst? DEFINITIV!  

 

Schule - Ein Stresspool?

 

 

Die Schule ist ein Ort des Lernens. Das braucht man wohl nicht lange zu erklären. Doch die Anforderungen, denen du in der Schule begegnest, gehen weit über das Lernen von Schulstoff hinaus. Denn du lernst auch dann, wenn gerade kein Unterricht ist. Du lernst, mit schwierigen Situationen umzugehen, dich mit Menschen auseinanderzusetzen, die du vielleicht nicht magst. Du lernst, Freundschaften zu pflegen und du lernst, was Gruppenzugehörigkeit bedeutet und was du tun musst, um selber zu einer Gruppe zu gehören. Nicht nur das. Manchmal kann es auch passieren, dass du plötzlich einer Gruppe zugeordnet wirst, der du gar nicht angehören möchtest. Vielleicht, weil du einen bestimmten Kleidungsstil hast, eine bestimmte Ausdrucksweise oder Interessen, die dich unweigerlich einer bestimmten Gruppe von Mitschülern, zuordnet. 

Grob zusammengefasst könnte man sagen: Du lernst, Sozialkompetenzen zu entwickeln und kommst mit anderen Schülern in Kontakt, die ebenfalls damit beschäftigt sind, diese Kompetenzen zu erwerben. Bei manchen klappt es besser, bei anderen weniger gut. Die Schulzeit ist also nicht nur eine Zeit voller Leichtigkeit, Freude und Spaß. Sie kann auch schnell eine Zeit voller Konflikte, Ängste und Unsicherheit werden und hat ein großes Potential, zu einem echten Stresspool zu werden. 

 

Das Problem: Je mehr Schwierigkeiten es im Bereich der Sozialkompetenzentwicklung gibt, desto schwieriger wird es für dich auch, zu lernen. Denn wenn dich etwas belastet, sinkt deine Kozentration und deine Fähigkeit, neue Inhalte aufzunehmen und zu verarbeiten. Das hat nichts mit deiner Willenskraft oder Intelligenz zu tun. Sondern damit, dass unser Körper und unser Gehirn selbstständig entscheiden, was gerade wichtiger ist. Denkt dein Gehirn, dass du einer Gefahr ausgesetzt bist (z.B. durch Streitigkeiten, Mobbing, Stress mit Lehrern o.Ä.), will es diesen Umstand loswerden. Dabei kennt es genau zwei Möglichkeiten: Flucht oder Angriff. Ist beides nicht möglich, versetzt es sich in eine Art Stand-By Modus. Es ist also ständig in der Erwartung, jeden Moment entweder zu flüchten, oder anzugreifen und wartet quasi nur darauf, dass du den Startschuss gibst. Klar, dass es dann nicht mehr die Zeit hat, um Inhalte wie Prozentrechnen, Kurvendiskussionen oder englische Grammatik zu pauken. Und dann kommt die Erwartung ins Spiel...

 

... Deine Mitschüler, deine Lehrer und deine Eltern. Alle stehen dir mit einer gewissen Erwartungshaltung gegenüber. Kurz gesagt: Du sollst ein Star sein und das auf verschiedenen Ebenen. Du sollst gut aussehen (wobei "gut" eine Definition des Betrachters ist) , gut zuhören, gut mitarbeiten, gute Noten nach Hause bringen, aber bitte kein Streber sein. Alles in Allem könnte man sagen: Du sollst ein Star sein. Und zwar in allen belangen. Das ist nicht ganz einfach. Denn für deine Eltern sind andere Aspekte wichtig, als für deine Lehrer. Und deine Freunde schätzen wieder ganz andere Dinge an dir. Um allen gerecht zu werden, müsstest du dir also im Grunde mehrere Persönlichkeiten zulegen. 

Das kann schon mal an die Substanz gehen und dazu führen, dass man sich völlig erschöpft in sein Zimmer verkriecht, die Kopfhörer aufsetzt und von der Aussenwelt erst mal die Schnauze voll hat. Das ist auch völlig o.k. und sogar hilfreich. Wer sich zurückzieht und Zeit mit sich verbringt, kommt auch wieder bei sich an und kann viel besser erkennen, was er gerade braucht und will. Wichtig ist nur, dass du dich nicht dauerhaft in deinem Schneckenhaus verkriechst.

 

Raus aus dem Pool!

 

Die schlechte Nachricht: Um aus der Stressfalle wieder rauszukommen, braucht es ein gewisses Maß an Willenskraft und Durchhaltevermögen. Was über einen längeren Zeitraum entsteht, wird man nur selten über Nacht wieder los. 

 

Die gute Nachricht: Man kommt da raus und wenn man es geschafft hat, kann man nahezu jedes Ziel erreichen! 

 

Als erstes muss dir bewusst sein, dass andere Menschen zwar bestimmte Erwartungshaltungen dir gegenüber haben, aber niemand einen Anspruch darauf hat, dass du diese Erwartungshaltungen auch erfüllst. DU allein entscheidest, was dir wirklich wichtig ist. Denn DU alleine trägst am Ende auch die Verantwortung für deine Entscheidungen. Schau dir also einmal folgende Fragen an und versuche, sie für dich zu beantworten: 

 

1. Was erwarten Andere von mir? (Mach dir vielleicht eine Stichwortartige Liste z.B.: Eltern: Gute Noten; Lehrer: Mehr Beteiligung am Unterricht usw.)

2. Welche Erwartungen möchte ich übernehmen, welche Erwartungen passen nicht zu mir?

3. Wem nutzt es am meisten, wenn ich diese oder jene Erwartung erfülle, und warum?

 

Alle Erwartungshaltungen, die du nicht brauchst, können weg! Triff für dich die Entscheidung, dass sie dir nicht helfen und mache dir bewusst, warum. Dann ist es leichter, damit umzugehen und du kannst das Gefühl ablegen, dass du gewisse Erwartungen nicht erfüllen kannst, weil du eine eigene Entscheidung getroffen hast. Diese Veränderung in deinem MINDSET wird dir helfen, Druck abzubauen und den Stress zu reduzieren. 

 

Im zweiten Schritt frage dich: "Wo will ich hin?" Wenn du genau weisst, was deine Ziele sind, ist es viel leichter, Handlungsstrategien zu entwickeln, die dir helfen, diese Ziele auch zu erreichen. Und nicht nur das! Bist du dir einmal wirklich sicher, was du willst und warum du genau das willst, werden Kritik und Skepsis Anderer, dich nicht mehr so schnell aus dem Konzept bringen. 

 

Wenn du weisst, was du willst und dir sicher bist, dass es das Richtige für dich ist, dich weiterbringt und dir nicht schadet, dann geh los! Lass dich nicht beirren, sondern verfolge dein Ziel konsequent. Lege dir gute Argumente zurecht, mit denen du deine Kritiker ggf. "unschädlich" machen kannst. Wer sich wirklich für dich interessiert, wird dich unterstützen in deinem Vorhaben. 

 

Nicht immer nur Zielstrebig sein!

 

Aber Vorsicht! Lege Pausen ein und suche dir Ausgleiche. Tue zwischendurch Dinge, die nichts mit deinem Ziel zu tun haben. Es klingt absurd. Aber: So kommst du deutlich schneller ans Ziel! Suche dir Aktivitäten, die dir Energie geben und dir Spaß machen. Lenke dich immer mal wieder bewusst von deinem Ziel ab, um dann wieder voller Tatendrang durchstarten zu können. 

Wenn du darauf achtest und dein Ziel nicht aufgibst oder aus den Augen verlierst, kannst du viel erreichen. Auch, wenn es dir Andere vielleicht erstmal nicht zutrauen. Wichtig ist, dass DU es dir zutraust. 

 

Neue Ziele - Neuer Look

 

Das mag vielleicht jetzt erstmal etwas oberflächlich klingen. Aber du wirst gleich merken, dass es einen tieferen Sinn hat. 

Hast du dein Ziel einmal gefunden, gibt es eine tolle Strategie, um dieses Ziel leichter zu erreichen: 

 

Fühle dich so, als hättest du das Ziel schon erreicht!

 

Es ist ein bisschen so, als würdest du eine Rolle in einem Theaterstück spielen. Das Theaterstück heisst: ICH IN DER ZUKUNFT und du selbst bist der Regisseur. Überlege dir also folgendes:

 

1. Was verändert sich für mich, wenn ich mein Ziel erreicht habe?

2. Welches Gefühl werde ich haben, wenn ich mein Ziel erreicht habe?

3. Woran werde ich merken, dass ich mein Ziel erreicht habe? (Wie werde ich aussehen, gehen, reden, lachen, mich bewegen...)

4. Woran werden Andere merken, dass ich mein Ziel erreicht habe, obwohl ich es ihnen nicht sage?

 

Schreibe dir diese Dinge auf. Dann hast du schon mal den Rahmen für dein Theaterstück gestaltet. Du kannst dir im Verlauf deiner Reise zum Ziel immer wieder ansehen, was du notiert hast. Zum Einen hast du so die Möglichkeit zu prüfen, ob du dich auf dem richtigen Weg befindest und zum Anderen steigert das deine Motivation, an deinem Ziel festzuhalten. 

 

Damit du aber ein wirkliches Gefühl für diese Veränderung bekommst lohnt es sich, schon jetzt ein paar Veränderungen vorzunehmen, sofern du das möchtest. Überlege einmal: Passt dein aktueller Look zu deinem zukünftigen ICH? Wenn man ein Ziel erreicht, wächst man. Nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Jedes erfolgreich umgesetzte Ziel, lässt einen reifer werden. Wie wird es sein, wenn du diese Hürde genommen hast? Wenn du Dinge an dir Entdeckst, die du gerne verändern möchtest, verändere sie! Eine neue Jacke, neue Schuhe, eine neue Frisur? Egal, was es ist, setze es um. Mit dieser äusseren Veränderung schaffst du ein verändertes ICH-Gefühl. Diese Energie, die du dadurch freisetzt, kann Wunder bewirken, wenn es darum geht, ein Ziel zu erreichen. 

 

Und jetzt?

 

Wünsche ich dir viel Spaß und viel Erfolg auf deinem Weg zum Ziel! 

 

Auch wenn die ersten Schritte vielleicht noch wackelig sind, lass dich dadurch nicht verunsichern. Jede Neuorientierung braucht Zeit und jede neue Erfahrung bringt Unsicherheiten mit sich. Geh deinen Weg und glaube an deine Kraft, dein Ziel erreichen zu können, wenn du wirklich willst!