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Erfolgreich investieren

Heute möchte ich über ein Thema sprechen, was zunächst recht trocken klingt, sich aber durchaus bezahlt macht, wenn einem ein paar Dinge bewusst sind. 

Es geht darum Investitionen so zu tätigen, dass sie sich auch wirklich bezahlt machen. 

Dabei geht es nicht nur um materielle Investitionen sondern um alle Investitionen, die wir tätigen. Bewusst und unbewusst. 

 

In diesem Artikel erfährst du also folgendes:

  1. Was unterscheidet eine Investition von einem Kauf?
  2. Warum ist es immer effektiver zu investieren, als zu kaufen?
  3. Wie du herausfindest, ob du gerade eine Investition tätigst.
  4. Ist deine Investition auch wirklich für dich geeignet?
  5. Das Gleichheitsprinzip einer (fast) jeden Investition

Investition vs. Kauf

 

Wir alle tätigen regelmäßig Einkäufe. Ob im Supermarkt, im Autohaus oder im Internet...

Die Möglichkeiten, Dinge käuflich zu erwerben, sind schier grenzenlos. Die Werbung suggeriert uns ständig,

dass wir Dieses und Jenes dringend benötigen, um glücklicher, erfolgreicher, zufriedener oder einfach besser gelaunt zu sein. 

Viele unserer Kaufvorgänge laufen automatisiert ab. Haben wir uns bspw. daran gewöhnt, ein Produkt immer wieder zu benutzen, fragen wir uns nicht mehr vor jedem Kauf, ob wir diesen Artikel auch wirklich benötigen bzw. haben wollen.

Wir kaufen ihn, weil wir ihn immer kaufen. Wenn wir durch den Supermarkt laufen, gehen wir immer die selben Wege ab und greifen i.d.R. zu immer den selben Produkten. Ist euch schon mal aufgefallen: Je nachdem, wo ihr seid, ist der Inhalt des Kühlschranks immer verschieden. Das aber konstant. So gibt es bei Oma Grete immer den Käse mit Chilli, bei der besten Freundin immer die Salami mit dem Pfefferrand und bei Onkel Karl immer die Milch mit dem irgendwie grimmig guckenden Bergbauern auf der Verpackung. Auch in eurem eigenen Kühlschrank landen immer die selben Produkte.

Aber warum? 

In den allermeisten Fällen ist es nicht so, dass wir die Produkte darauf prüfen, ob sie zu uns passen, ob sie uns weiterbringen oder uns einen Mehrwert liefern. Wir haben uns über die Zeit einfach an sie gewöhnt. Sie sind uns vertraut und deshalb landen sie auch immer wieder im Einkaufswagen. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Denn wer daran gewöhnt ist, hochwertige, gesunde und nahrhafte Lebensmittel einzukaufen, investiert regelmäßig. In seine Gesundheit, in seine Energie und in sein Wohlbefinden. 

Wer dann auch noch daran gewöhnt ist, sich seine Mahlzeiten täglich frisch zuzubereiten und Zeit in eine ausgewogene Lebensweise zu stecken, maximiert den positiven Effekt seiner Investitionen. 

 

Wer aber einfach durch den Supermarkt rennt, in den Wagen packt, was er immer in den Wagen packt, zuhause möglichst wenig Zeit für die Zubereitung und Einnahme seiner Mahlzeiten stecken möchte und sich keine großen Gedanken über den Mehrwert seiner aufgenommenen Lebensmittel macht, der kauft und konsumiert, ohne nachhaltig in sich zu investieren. Ein solcher Kauf ist nahezu frei von einer echten Investition. 

 

 

Warum ist es immer effektiver zu investieren, als zu kaufen?

Etwas zu kaufen, ist keine große Sache. Es geht schnell, es bedarf keiner langen Vorbereitung und es kann unsere Stimmung vorübergehend aufhellen. Oder, Mädels? - So ne neue Hose, ein Paar neue Schuhe... Immer schön, wenn man die Sachen nach hause trägt und sich darüber freut, etwas neues in den Händen zu halten. Ob es die zweihundertste Hose ist, die sich ab jetzt gemütlich zwischen die anderen, schon vorhandenen hundertneunundneunzig Hosen kuscheln darf, oder der Inhalt des Schuhschranks eigentlich längst ein eigenes Zimmer bräuchte, spielt keine Rolle. In dem Moment des Kaufes glauben wir, das wir das Produkt auch wirklich brauchen, auch wenn unser Kontostand die Stirn runzelt. Einen Grund finden wir immer. Vielleicht, weil uns in der Werbung ein gewisser Lifestyle suggeriert wurde, oder wir im Keller ein Kleid vom letzten Sommer wiedergefunden haben, zu dem wir jetzt natürlich blöderweise keinen passenden Schuh haben... 

 

Doch ein solcher Kauf ist in den seltensten Fällen gleichzusetzen mit einer echten Investition. Natürlich hast du auch in diesem Fall Geld investiert. Die Frage ist aber: IN WEN? Hast du tatsächlich in DICH investiert, oder vielleicht doch eher in ein großes Modelabel, dessen Investitionen so klug eingesetzt wurden, dass du als Endverbraucher nun fest davon überzeugt bist, genau dieses Produkt kaufen zu wollen? 

Für das Modelabel zahlt sich seine Investition aus, sobald du auf die Werbung anspringst und etwas Kaufst. Es hat Geld investiert und bekommt dafür ein vielfaches des investierten Geldes zurück. Du allerdings hast einfach nur eine Hose gekauft. Dafür bekommst du nichts zurück, sofern du nicht vorher unbekleidet durch die Gegend gelaufen bist. In dem Fall wäre eine Hose natürlich eine sehr sinnvolle Investition gewesen ;-) . 

 

Eine Investition zeichnet sich also i.d.R dadurch aus, dass sie dir nachhaltig einen Mehrwert bringt. Und zwar einen echten Mehrwert! Wenn du also sinnvoll investiert hast, (dabei ist egal, ob Geld, Zeit, Engagement, Hingabe oder Energie), ist das Resultat eine nachhaltige Verbesserung eines bestimmten Umstandes. Tritt dieser Effekt nicht ein, hast du einfach einen simplen Kauf getätigt. Das soll nicht bedeuten, dass es in jedem Fall schlecht ist, etwas zu kaufen. Aber man sollte sich immer bewusst machen, ob man gerade Kauft oder investiert. Denn eine Investition ist nichts anderes als das Aufbringen von Ressourcen für dich selbst. Du gibst etwas ab, um etwas größeres, besseres und um ein vielfaches nützlicheres herauszubekommen. Ein Kauf ist einfach nur ein Tauschhandel (Geld gegen Wahre), bei dem nicht selten das Geld mehr wert gewesen wäre als die Wahre, die wir zum Tausch erhalten. 

 

 

Wie du herausfindest, ob du gerade eine Investition tätigst

So weit so gut. In der Praxis ist es aber gar nicht immer so leicht, einen Kauf von einer Investition zu unterscheiden. Denn wir leben nunmal in einer Welt voller Werbung und Verlockung. Werbeprofis wissen ganz genau welche Stellschrauben sie drehen müssen um dir das Gefühl zu geben, eine sinnvolle Investition zu tätigen, wenn du ihr Produkt erwirbst. Auch dann, wenn es in Wahrheit um einen simplen Kauf eines Produktes geht, der dir weder einen nachhaltigen Mehrwert verschafft, noch dein Leben effektiv verändert. Oder wann hast du das letzte Mal gedacht: "Mein Leben wäre so viel einfacher und bestimmt hätte ich ein absolutes Luxusleben, hätte ich mir diese megacoole Hose gekauft!" ? 

 

Das bedeutet aber nicht, dass der Kauf einer Hose grundsätzlich keine Investition ist!

Stellen wir uns mal vor, du hast nächste Woche ein Vorstellungsgespräch bei deinem absoluten Traumunternehmen. In deinem Schrank befinden sich zwar zig Hosen, doch keine davon ist so repräsentativ, dass du dir vorstellen könntest, mit ihr deinem potenziellen neuen Chef gegenüberzustehen. Du würdest dich unwohl in deiner Haut fühlen und dies automatisch auch ausstrahlen. Ein Umstand, der für ein Bewerbungsgespräch entscheidend sein kann und evtl. ausschlaggebend für deine weitere Zukunft werden könnte. 

Gehst du nun also los und INVESTIERST in eine Hose, in der du dich wohl fühlst, weil sie in deinen Augen der Situation angemessen ist, gehst du mit einem guten Gefühl in das Gespräch, hinterlässt einen guten ersten Eindruck und bekommst am Ende vielleicht sogar den Job! Nicht, weil deinem neuen Chef die Hose so gut gefallen hat, sondern weil du durch die Entscheidung, diese Investition zu tätigen, mit einer gewissen Selbstsicherheit in das Gespräch gegangen bist, die du mit einer stylischen Jeans im used-look, in dem Moment vielleicht nicht gehabt hättest. 

 

 

Ist deine Investition auch wirklich für dich geeignet?

Investieren kann man ja in vieles. Quasi in alles. Die für sich sinnvollen Investitionen herauszufinden, ist nicht immer ganz einfach. 

Wenn bei Youtube zig Videos von vermeintlichen Self-Made-Millionären dir suggerieren, dass die beste Investition die du tätigen kannst, eine Investition in Aktien ist, weil sie mit Aktien innerhalb eines Jahres ein passives Einkommen im Sechsstelligen Bereich aufgebaut haben, ist a) immer die Frage, wie glaubwürdig diese Geschichten sind und b) ob diese Investition auch FÜR DICH das Richtige ist. Denn nur weil Hänschen Müller sich an der Börse ein goldenes Näschen verdient hat, heisst das nicht, dass diese Strategie auch für DICH die richtige ist. Die Fragen die man sich also immer stellen sollte, bevor man gewinnbringend investiert ( Nochmal: Ich spreche nicht nur von finanziellen Investitionen. Es geht um Investitionen sämtlicher Couleur!) sind folgende: 

  1. Will ich mich mit dieser Thematik intensiv befassen?
  2. Bin ich in der Lage, in diesem Bereich, das nötige Know-How zu erlangen?
  3. Ist mir die mögliche Konsequenz dieser Investition (negativ, wie positiv) bewusst und kann ich damit umgehen?
  4. Welche Faktoren sind ausschlaggebend, damit meine Investition zum gewünschten Erfolg führt und kann ich diese Faktoren überhaupt beeinflussen?

Gerade die letzte Frage ist eine sehr relevante. Denn: Natürlich kannst du bspw. dein Geld regelmäßig in Tippscheine investieren. Wenn du den Jackpot knackst und 30.000.000,00€ gewinnst, war es bestimmt eine sinnvolle Investition für dich. Aber du hast keinerlei Einfluss auf den Erfolg deiner Investition und das Risiko, dass du am Ende eben feststellen musst, dass du nicht investiert, sondern einfach nur Tippscheine gekauft hast, ist ziemlich hoch. Lotto spielen ist also bestimmt eine spannende Sache und ein witziger Zeitvertreib. Eine echte Investition ist es aber definitiv nicht.  

 

 

Das Gleichheitsprinzip einer (fast) jeden Investition

Der letzte Punkt ist ganz spannend. Es klingt eigentlich simpel, ist aber den wenigsten von uns wirklich bewusst. Auch ich habe diesen Faktor lange nicht bedacht und angewendet: Was du erzielen willst, musst du investieren! 

Ein Beispiel: Möchtest du mehr Zeit in deinen Alltag integrieren, musst du zunächst einmal Zeit investieren. Ein normaler Arbeitstag besteht in Deutschland i.d.R. aus 8-9 Stunden pro Tag. Je nachdem, wie weit deine Anfahrtswege sind, kann es schon vorkommen, dass du Täglich zehn bis elf Stunden (mit Überstunden auch länger) ausser Haus beschäftigt bist. Da bleibt wenig Zeit für Familie, Freunde, Hobbys oder Entspannung. Natürlich könntest du jetzt einfach deinen Job kündigen und hättest dann von einem auf den anderen Tag, Zeit ohne Ende. Aber du würdest Zeit gegen Geld tauschen. Denn das bliebe dann natürlich aus. Eine Kündigung ist also keine gute Investition, wenn du Zeit gewinnen willst. Eine gute Investition zeichnet sich u.A. dadurch aus, dass sie keine langfristigen Nachteile für dich mitbringt. Erreichst du also durch eine Investition ein Ziel, büßt dafür aber an anderer Stelle Lebensqualität ein, hast du an der falschen Stelle investiert. 

Investierst du jetzt aber zusätzliche Zeit, um bspw. eine Weiterbildung zu machen, die dir einen Posten in der Firma ermöglicht, der weitaus angenehmere Arbeitszeiten hat und im besten Falle auch noch einen Zugewinn auf deinem Konto verursacht, hast du Zeit investiert, die dir langfristig und nachhaltig zu mehr Zeit verhilft, ohne dass du an anderer Stelle einbüßt. Ist dies der Fall, hast du sinnvoll und gewinnbringend investiert. So verhält es sich in fast allen Bereichen.

Natürlich kannst du dir auch Zeit "erkaufen", bspw., wenn du drei Mal pro Woche eine Reinigungskraft engagierst, die deinen Haushalt macht und deine Wäsche wäscht, während du auf dem Sofa sitzt und Fernsiehst. Du hättest zwar mehr Zeit, würdest aber langfristig weniger Geld zur Verfügung haben. Schließlich arbeitetet deine Reinigungskraft nicht umsonst. Dann hast du zwar eine Dienstleistung gekauft, jedoch nicht langfristig in die Erhaltung, bzw. Steigerung deiner Lebensqualität investiert. Denn was du an der einen Stelle jetzt gewinnst (Zeit), verlierst du langfristig und kontinuierlich an der anderen Stelle (Geld). 

Aber auch hier kann man natürlich eine Investition aus der Sache machen.

Denn wenn du dir für eine Weile eine Reinigungskraft engagierst, weil du in der Zeit in der du normalerweise deine Wohnung auf Vordermann bringen würdest, deine Weiterbildung machst um langfristig mehr Zeit und mehr Geld zu haben, hast du Geld und Zeit INVESTIERT, um später mehr Geld und Zeit zu bekommen... 

;-)